Es war war noch nie so schön!

Inne.halten

Gedenktagveranstaltung 26. Januar 2018 - Theodor-Heuss-Platz - 12.00 - 12.35 Uhr
http://www.rag-3.de/node/74

Das zeigte sich gleich zu Beginn der Veranstaltung. Erstmals gab es 400 Teilnehmer an der Gedenktagveranstaltung. Gekommen waren Vertreter der verschiedenen Fraktionen im Bezirk und des Kinder- und Jugendparlaments. Arne Herz als Stadtrat für Bürgerdienste, Wirtschafts- und Ordnungsangelegenheiten hatte sich ebenfalls eingereiht. Die Stadträtin für Jugend, Familie, Bildung, Sport und Kultur, Heike Schmitt-Schmelz, trat ihre Funktion als Schirmherrin an:

Sie bedankte sich bei den Schülerinnen und Schülern für das Mitgestalten des Gedenktags und bei den Lehrerinnen und Lehrern, die dies unterstützt hatten. Ihr Motto: Uns Menschen verbindet mehr als uns trennt.

Der Leistungskurs „Geschichte“ vom Walther-Rathenau-Gymnasium berichtete vom gemeinsamen Schweigemarsch mit der Polizeischule Berlin. Von Stolpersteinen ist die Rede. Sie zeugen davon, dass die jüdischen Mitschüler – damals hieß die Schule noch Grunewald-Gymnasium – nicht vergessen sind. Es war 2014, als sich Schüler des Gymnasiums durch historische Akten lasen und Waffeln verkauften, um zwei Stolpersteine zu finanzieren. Man suchte die Nachfahren und fand Ilana Moses, deren Großeltern im Haus der Westfälischen Straße 31 lebten. Im Internet nachzulesen bei http://www.tagesspiegel.de/berlin/stolpersteinverlegung-in-wilmersdorf-e....

Wir dürfen nicht wegschauen oder verschweigen, was damals geschehen ist

Auch von Helmuth Hübener ist die Rede. Er wurde zum Widerstandskämpfer, als die Kirchengemeinde, der er angehörte, Juden vom Besuch des Gottesdienstes ausschloss. Hübener begann im Sommer 1941 mit dem Abhören von BBC und verbreitete Nachrichten des Senders auf Flugblättern. Anfang 1942 wurde er als 17jähriger verhaftet und im August als jüngster Widerstandskämpfer zum Tode verurteilt.

Stolperstein:

Die Kirchen hatten sich schuldig gemacht. Pfarrer Dietrich-Bonhoeffer war empört über die Diffamierung jüdischer Mitbürger als „Untermenschen“ oder „Ungeziefer“. „Man macht sich mitschuldig, wenn man sich nicht dagegen ausspricht“, so sagte er. 1933 veröffentlicht er den Aufsatz "Die Kirche vor der Judenfrage" und verlangt darin von der Kirche, nicht nur den Opfern der staatlichen Gewalt zu helfen, sondern auch aktiven Widerstand zu leisten – "dem Rad selbst in die Speichen fallen". 1935 tritt Bonhoeffer der Bekennenden Kirche (BK) bei. Dies und die Beteiligung am gescheiterten Hitler-Attentat vom 20. Juli 1944 kostete ihm im April 1945 das Leben. Das Original des Schülerbeitrags vom Grauen Kloster: http://www.rag-3.de/sites/default/files/pdf/Widerstand_Bonhoeffer_zum_Ge...

Was geht mich das an?

Nach der Bundestagswahl 2017 spricht Gauland über den AfD-Erfolg "Wir werden Frau Merkel jagen" und setzt damit die aggressive Rhetorik seiner Partei fort. „Und?“, fragt das Wald-Gymnasium, „was geht mich das an? Das geht uns alle an! In der Tat liegt der Widerstand. Gemeinsam ist uns die Zukunft. Trau dich. Carpe diem!

Die Schweigeminute und die Liedbeiträge wie „Dass die Erde heller und schöner werde“ entlassen uns in eine Zukunft, die Trost und Hoffnung spendet.

Der Beitrag vom rbb:

https://youtu.be/qvcBfqivkkE

Moderation: Wald-Gymnasium
Widerstand aus historischer Perspektive: Walther-Rathenau-Gymnasium
Individueller Widerstand "Was geht mich das an?": Wald-Gymnasium
Musikalische Begleitung: Heinz-Berggruen-Gymnasium und Szabine Adamek

Veranstaltet durch das Jugendamt Regionalteam 3, Evangelische Kirchengemeinde Neu-Westend sowie Erinnern und Verantwortung e. V. - Gedenkarbeit an Berliner Schulen

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Der Gedenkveranstaltung war die Einladung vorausgegangen:

"Die Welt ist in Aufruhr, die Demokratie in Gefahr!", so die Einladung. Und weiter ...

Das Thema Widerstand liegt im Zentrum der Veranstaltung und mit ihr die Frage: Inwieweit kann die Beschäftigung mit der nationalsozialistischen Vergangenheit dabei unterstützen, sich den Herausforderung von Heute zu stellen?
Im Rahmen der Gedenkveranstaltung wollen wir den Blick schärfen für die Gefahren einer menschenfeindlichen Politik, die Ängste schürt und diese instrumentalisiert.
Wie in den Vorjahren schon, wird die Gedenkveranstaltung wesentlich durch die Text-, Gedicht- und Liedbeiträge der teilnehmenden Schülerinnen gestaltet.

Heike Schmitt-Schmelz, Bezirksstadträtin für die Abteilung Jugend, Familie, Bildung, Sport und Kultur:

Die Veranstaltung soll zu einer Unterbrechung alltäglicher Betriebsamkeit führen, dem Innehalten, um der Verfolgten, Ermordeten und Überlebenden zu gedenken in der Absicht, Verantwortung zu übernehmen, gegen alle Formen der Ausgrenzung einzutreten und ein Bewusstsein für die Fragilität unserer Zivilisation zu schaffen.

"Aus diesem Anlass laden wir die Schülerinnen und Schülern aus Charlottenburg-Wilmersdorf ein, aktiv an der Veranstaltung teilzunehmen und somit einen wichtigen Beitrag zur Erinnerungskultur zu leisten, die mithilft, unsere Demokratie lebendig zu erhalten."

Wichtig ist uns, dass sich viele junge Menschen an der Diskussion - mit Unterstützung ihrer Lehrer_innen - beteiligen und das Gedenken zu ihrem persönlichen Anliegen machen.